Wie viel Sonderabschreibung steht Ihnen zu? Der Rechner erstellt Ihren vollständigen Abschreibungsplan – reguläre AfA plus Sonder-AfA, optional mit IAB-Kombination.
↓ Sonder-AfA jetzt berechnen| Jahr | Reguläre AfA | Sonder-AfA | Gesamt | Kumuliert | Restbuchwert |
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Die Sonderabschreibung ist ein gezieltes Steuerinstrument für kleinere und mittlere Betriebe: Sie ermöglicht es, die Anschaffungskosten bestimmter Wirtschaftsgüter deutlich schneller steuerlich geltend zu machen als über die reguläre lineare AfA. Der Effekt ist eine vorübergehende Liquiditätsverbesserung durch geringere Steuerzahlungen in den Anfangsjahren.
Zusätzlich zur regulären linearen Abschreibung dürfen im Anschaffungsjahr und den vier darauffolgenden Wirtschaftsjahren insgesamt bis zu 40 % der Bemessungsgrundlage als Sonderabschreibung abgezogen werden. Die Verteilung innerhalb dieses Zeitraums ist vollständig frei wählbar – in der Praxis wird die gesamte Sonder-AfA meist im Anschaffungsjahr konzentriert, um den maximalen steuerlichen Soforteffekt zu erzielen.
Die Bemessungsgrundlage hängt davon ab, ob zuvor ein Investitionsabzugsbetrag (IAB) gebildet und bei der Investition aufgelöst wurde. Wurde der IAB von den Anschaffungskosten abgezogen (Herabsetzung nach § 7g Abs. 2 S. 2 EStG), reduziert sich die Basis für die Sonder-AfA entsprechend.
Der Gesetzgeber knüpft die Sonderabschreibung an fünf Bedingungen, die sämtlich im Anschaffungsjahr und im Folgejahr erfüllt sein müssen:
| Voraussetzung | Konkret |
|---|---|
| Betriebsgröße | Gewinn des Vorjahres ≤ 200.000 € |
| Art des Wirtschaftsguts | Beweglich, abnutzbar, Anlagevermögen |
| Betriebliche Nutzung | ≥ 90 % im Anschaffungs- und Folgejahr |
| Verbleib | Inländische Betriebsstätte bis Ende Folgejahr |
| Zustand | Neu oder gebraucht (seit 2020 auch gebrauchte WG) |
Praxistipp: Die Gewinngrenze von 200.000 € bezieht sich auf den Gewinn nach § 4 oder § 5 EStG im Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung – nicht auf das Anschaffungsjahr selbst. Bei Neugründungen ist auf den voraussichtlichen Gewinn abzustellen.
Während die degressive AfA nach § 7 Abs. 2 EStG die reguläre Abschreibungsmethode ersetzt (Sie schreiben degressiv statt linear ab), ist die Sonderabschreibung eine Zusatzabschreibung: Sie kommt auf die reguläre AfA obendrauf. Seit dem Wachstumschancengesetz ist theoretisch auch die Kombination von degressiver AfA und Sonder-AfA möglich – allerdings mit der Maßgabe, dass die Sonder-AfA die Bemessungsgrundlage der weiteren Abschreibung mindert.
Ob degressive AfA, Sonder-AfA oder die Kombination aus beidem günstiger ist, hängt vom Einzelfall ab. Unser allgemeiner AfA-Rechner zeigt den Vergleich zwischen linearer und degressiver Methode; der Sonder-AfA-Rechner oben bildet die Zusatzwirkung der Sonderabschreibung ab.
Durch die Sonderabschreibung sinkt der Restbuchwert des Wirtschaftsguts schneller als bei alleiniger linearer AfA. Ab dem Wirtschaftsjahr nach der letzten Inanspruchnahme der Sonder-AfA wird die verbleibende Restabschreibung gleichmäßig auf die verbliebene Restnutzungsdauer verteilt. Die jährliche AfA in den Folgejahren ist dadurch niedriger – das Gesamtvolumen über die Nutzungsdauer bleibt aber identisch mit den ursprünglichen Anschaffungskosten.
Werden die Voraussetzungen innerhalb des Begünstigungszeitraums verletzt – etwa durch Veräußerung des Wirtschaftsguts, Sinken der betrieblichen Nutzung unter 90 % oder Verlagerung aus dem Inland – ist die Sonderabschreibung rückgängig zu machen. Das Finanzamt ändert den Steuerbescheid des Anschaffungsjahres nach § 7g Abs. 4 EStG; die daraus resultierende Steuernachzahlung wird mit Nachzahlungszinsen belegt.
Die Sonderabschreibung wird in der Praxis vor allem für investitionsintensive Anschaffungen genutzt, bei denen der steuerliche Soforteffekt einen spürbaren Liquiditätsvorteil bietet. Häufige Anwendungsfelder sind Produktionsmaschinen und Fertigungsanlagen, Nutzfahrzeuge und Firmenfahrzeuge, IT-Infrastruktur (Server, Netzwerktechnik), Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher sowie Medizintechnik und Praxisausstattung.
Der Investitionsabzugsbetrag (§ 7g Abs. 1 EStG) und die Sonderabschreibung (§ 7g Abs. 5 EStG) sind zwei eigenständige Instrumente, die sich ergänzen, aber unterschiedlich wirken:
| Merkmal | Investitionsabzugsbetrag | Sonderabschreibung |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Vor der Investition (bis zu 3 Jahre) | Im Investitionsjahr (+4 Folgejahre) |
| Höhe | Bis zu 50 % der geplanten AK | Bis zu 40 % der Bemessungsgrundlage |
| Wirkung | Gewinnminderung im Bildungsjahr | Zusätzliche AfA im Anschaffungsjahr |
| Deckelung | 200.000 € pro Betrieb (3-Jahres-Summe) | Keine absolute Deckelung |
Werden beide Instrumente genutzt, verlagert der IAB einen Teil der Steuerlast in die Jahre vor der Investition, während die Sonder-AfA den steuerlichen Effekt im Investitionsjahr verstärkt. Die Gesamtabschreibung über die Nutzungsdauer bleibt in jedem Fall gleich – es ändert sich ausschließlich die zeitliche Verteilung.
Weiterführend: Die detaillierte Steuerersparnis durch den IAB – inkl. Grenzsteuersatz-Analyse und Solidaritätszuschlag – berechnen Sie mit dem IAB-Rechner. Auf iab-rechner.com finden Sie zudem eine vertiefte Analyse zur Kombination beider Instrumente am Beispiel Photovoltaik.
Die Sonderabschreibung erlaubt es, im Anschaffungsjahr und den vier Folgejahren insgesamt bis zu 40 % der Anschaffungskosten (bzw. der herabgesetzten AK bei vorangegangenem IAB) zusätzlich zur regulären linearen AfA abzuschreiben. Die Verteilung über den Fünfjahreszeitraum ist frei wählbar – die meisten Investoren konzentrieren die gesamten 40 % im ersten Jahr.
Berechtigt sind Steuerpflichtige, deren Gewinn im Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung nicht mehr als 200.000 € betrug. Das Wirtschaftsgut muss beweglich, abnutzbar und dem Anlagevermögen zugeordnet sein. Zudem muss es im Anschaffungsjahr und im Folgejahr zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden und in einer inländischen Betriebsstätte verbleiben.
Ja, beide Instrumente sind unabhängig voneinander nutzbar. Wurde ein IAB gebildet und bei der Investition von den Anschaffungskosten abgezogen, verringert sich allerdings die Bemessungsgrundlage der Sonder-AfA. Die absolute Sonderabschreibung fällt dann geringer aus, dafür wurde bereits im Bildungsjahr des IAB eine Steuerersparnis erzielt.
Für alle beweglichen, abnutzbaren Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden. Typische Beispiele: Maschinen, Fahrzeuge, IT-Ausstattung, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Produktionsanlagen. Nicht begünstigt sind Gebäude und immaterielle Wirtschaftsgüter (z. B. Software-Lizenzen ohne Substanz).
Durch die Sonderabschreibung sinkt der Restbuchwert schneller. Die reguläre AfA in den Folgejahren wird auf Basis des verbleibenden Restbuchwerts und der Restnutzungsdauer neu berechnet. Die Gesamtabschreibung über die volle Nutzungsdauer bleibt identisch – sie wird lediglich zeitlich vorgezogen.
Wird das Wirtschaftsgut vor Ablauf des auf die Anschaffung folgenden Wirtschaftsjahres veräußert oder sinkt die betriebliche Nutzung unter 90 %, muss die Sonderabschreibung rückgängig gemacht werden. Das Finanzamt korrigiert den Steuerbescheid rückwirkend, und es fallen Nachzahlungszinsen an.
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🏛️Erhöhte Abschreibung für denkmalgeschützte Immobilien – Sanierungskosten steuerlich absetzen.
Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Steuer-, Finanz- oder Rechtsberatung. Für die konkrete Umsetzung empfehlen wir die Beratung durch einen Steuerberater. Trotz sorgfältiger Recherche keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Stand: Februar 2026.
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